Last Fair Deal Last Fair Deal, News

Konzert-Rezensionen

Donaukurier 12.11.2002

Blues vom Feinsten in Eitensheim:

Freunde des urtypischen Akustikblues hätten beim Auftritt des Bluesduos Last Fair Deal in der Kleinen Welt in Eitensheim voll und ganz auf ihre Kosten kommen können. Vermutlich angesichts der Ingolstädter Jazztage blieb jedoch die überwiegende Zahl der Plätze in der Musikkneipe unbesetzt. Jörg Schneider (Gesang, Gitarre) und Thomas Hanke (Mundharmonika) stellten ungeachtet dessen in einem rund zweistündigen Programm ihr meisterliches Können unter Beweis.

Schneiders variables Gitarrenspiel von Fingerpicking bis hin zur Bottleneck-Technik stand stets im Dienste des Songs. Ein meist mehrstimmiges Gitarrenarrangement mit ausgeprägten Bassläufen kennzeichnete seine Musik. Hanke beherrscht sowohl die traditionelle Spieltechnik der Blues-Harp wie auch die moderne, elektrisch verstärkte Variante. Die beiden Berufsmusiker ließen in den traditionellen Blues im Stil der dreißiger bis sechziger Jahre Jazz- und Folkelemente sowie Boogie mit einfließen. Eigene, von den Künstlern selbst komponierte und getextete stücke wie Going Home oder Ticket For The Night passten sich nahtlos an den klassischen Bluesstil an. Die Songs mit ihrem mitreißenden Rhythmus gingen ins Blut und in die Beine des Publikums.

Zum Auftakt des Abends hatten Schneider und Hanke Why You Cry von Sonny Boy Williamson ausgesucht. Schon von diesem ersten Lied an wurde die harmonische Beziehung der beiden Musiker deutlich. Die in über 500 gemeinsamen Konzerten erworbene Nähe untereinander ließ Improvisationen gelingen. Zum Repertoire der Künstler zählte Crossroads von Robert Johnson ebenso wie I´m A Stranger Here von Sonny Terry und Brownie McGee, dem Duo des Blues schlechthin. Der Eitensheimer Bahnhof gegenüber der Kleinen Welt bot die Kulisse für Train Is Leaving im passenden Moment fuhr ein Zug ein. Last Fair Deal der gleichnamige Song von Robert Johnson aus dem Jahr 1937 verlieh dem Duo, das seit 1991 besteht, seinen Namen.

Auch in ihrer Musik ließen sich Schneider und Hanke von Johnson und anderen bereits genannten Vorbildern beeinflussen. Last Fair Deal gibt es seit Anfang 2002, verstärkt durch Franz Schwarznau (Kontrabass) und Peter Krutsch (Schlagzeug) auch als Quartett. Als Duo wollen Jörg Schneider und Thomas Hanke noch einmal Station machen, um dort vor hoffentlich etwas größerer Zuschauerkulisse Akustikblues vom Feinsten zu präsentieren.


Cornelia Gabler

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