Last Fair Deal Last Fair Deal, News

Konzert-Rezensionen

Leipziger Volkszeitung 08.01.2001

Leipziger Trio Last fair Deal heizte mit typischem und doch unverwechselbarem Sound den Louis-Keller auf

Der wahre Blues ist anständig

Sie werden weniger. Die Leute, die ihn noch haben. Den Blues. Ist ja auch museumsreife Musik, oder? Nicht, wenn er so frisch und lebendig wie bei der Leipziger Formation Last Fair Deal daherkommt.

Jörg Schneider (Gesang, Gitarre), Thomas Hanke (Mundharmonika) und Günter Janocha (Schlagzeug) sind drei Bluessaurier, die sich nach einem Song von Robert Johnson benannt haben (Last Fair Deal Gone Down; etwa: Letztes anständiges Benehmen geht den Bach runter). Im Musikcafé Louis belegte das Leipziger Trio am Sonnabend, dass es nicht so schlimm steht um den Last Fair Deal.

Der Sound ist typisch und doch unverwechselbar. Markant Hankes Mundharmonika, mal sich atmosphärisch ausbreitend, mal heftig vibrierend, immer aber ins Blut gehend. Schlagzeug und Gitarre besitzen das gewisse Klimpern und Holpern, ohne das Blues wohl nicht Blues wäre. Das hat Seele. Klar auch, dass Schneiders Stimme rauchig klingt.

Nahtlos fügen sich Blueshits von John Lee Hooker, Sonny Boy Williamson, J. B. Lenoir und eigene Stücke aneinander. Auch Johnsons Fair Deal fehlt freilich nicht. So entwickelt der Musikkeller des Louis rasch das Flair einer hitzigen Südstaaten-Kaschemme, eine lange Nacht lang.

Schade nur, dass nicht alle Zuhörer an den Tischen Platz fanden und von der Band in dem schlauchartigen Gewölbe praktisch nichts zu sehen war. Dabei hätte etwa der Anblick Hankes die Augen geschlossen, mit dem Brauenspiel jeden Mundharmonika-Ton unterstützend das Konzert zu einem noch grö฿eren Erlebnis gemacht.


Hendrik Pupat

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