Last Fair Deal Last Fair Deal, News

CD-Rezensionen

HARMONICA-PLAYER NEWS No. 31 08/04

LAST FAIR DEAL
Acoustic Blues

Rum Records, www.loewenzahn-verlag.de,
Busch Funk LC: 06327
Jörg Schneider voc, git; Thomas Hanke hca; Peter Krutsch drums; Franz Schwarznau doublebass

If I Had Possession Cannot Keep From Crying Driftin´ and Driftin´ Hard Times Mind Your Own Business Talking About Your Woman When I First Met That Girl Hand It Over Sundown Blues Mojo Boogie Come On In My Kitchen

Wow, ist das eine Mundharmonika! Country Blues Stil, klassisch wie modern, wenn nötig. Was Thomas Hanke von The Last Fair Deal zu bieten hat, gehört eindeutig in die Bundesliga des Blues in Deutschland. Mannschaftsdienlich, mit außergewöhnlicher Technik, ist er spielend in der Lage, die Führung zu übernehmen, wenn es ums Driften geht oder ums Heulen (Songs: Driftin´ and Driftin´ & Cannot keep from Crying).

Die Ergänzung mit Jörg Schneider ist exzellent. Gefühlvoll zupft und zieht jener die Saiten mit dem Hang zum tödlichen Zuspiel mitten in die Seele. The Last Fair Deal spielen sich die Bälle zu und sind ein echter Volltreffer in Sachen Acoustic Blues. Das ist Emotion pur, ergreifend, melancholisch und bisweilen zum Sterben schön.

Die Songauswahl pendelt zwischen Klassikern der nicht so abgenudelten Art, erweist eine mehr als gelungene Referenz an Keb´ Mo´ und lässt einen ob der intelligenten Akzente immer wieder aufhorchen. Der lezte gerechte Handel versteht aus Bekanntem die Nuancen herauszuarbeiten und unaufdringlich seinen eigenen Stempel zu setzen. Die instrumentalen Sahnehäubchen sind viel mehr als bloße Garnierung hier singt und spielt nicht etwa Robert Johnson oder J. B. Lenoir, sondern The Last Fair Deal! Unverwechselbar und geradeaus, dabei immer nah an der Intensität, die den Blues so einmalig macht.

Acoustic Blues ist die CD, die den perfekten Soundtrack für Veranda-Abendstimmung, ein Glas Whiskey und den Gedanken an vergangene Liebschaften liefert. Song Nummer 7, man darf vermuten eine Eigenkomposition von Jörg Schneider, When I first met that Girl, bedient dieses Klischee ideal, ohne jedoch plump zu wirken. Aber was soll man so viele Worte machen: Reinhören diese CD ist ein Genuss ohne jegliche Reue. Gratulation.

Ted Hertle

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